Am 29.April war unser Geld mittags auf unseren Konto, ich wartete schon sehnsüchtig auf meine Frührente, denn ohne sie konnte ich schlecht weg,
denn wir hatten nämlich keine EC-Karte, das verführt nur und man verliert so schnell den Überblick, wir haben da schlechte Erfahrung gemacht! Nun ja,
am Mittag des selbigen Tages war das Geld da, ich konnte es aber noch nicht abholen, weil Mittagspause war. Wir habe dann unseren Schönheitsschlaf
wie immer getätigt und dann ist anschließend miene „Olle“ zur Sparkasse zum Geld holen geschickt! Als Sie zurück kam habe ich ganz spontan entschieden,
sofort los zu fahren, denn der Wetterbericht sagte für den nächsten Tag am Nachmittag Regenschauer voraus. Wir haben dann schnell unsere Sachen gepackt,
was ganz schnell ging, denn es waren nur noch wenige Sachen da, die noch nicht eingepackt waren. Als wir fertig waren, konnte ich meine kleine Maschine
so gegen 15:30 h starten. Wir kamen eigentlich sehr gut aus Hamburg heraus, ich dachte erst das der Feierabendverkehr schon eingesetzt hat, aber das war
anscheinend nicht der Fall! Kaum waren wir raus aus der Stadt, empfing uns eine richtige Steife Brise, die gut bis Hildesheim (ca. 200 Km)
anhielt. Mein Motorrad hatte richtig zu arbeiten, den mit Ihren 12 PS macht sich da jede Steigung oder jeder Berg so gleich bemerkbar, da es
ja außer uns auch noch das ganze Gepäck zu schleppen hatte, ich glaube wir waren doch ein wenig überladen! Nichts zu Trotz, kamen wir mit
so um die 80 Km/h voran, manchmal etwas schneller, wenn ein LKW uns überholte, versuchte ich möglichst in seinen Windschatten zu bleiben, das
half ganz enorm. Da unsere Reisegeschwindigkeit nicht so hoch war, kamen wir auch nicht so schnell voran, so das ich beim Tanken kurz hinter
Kassel, den Tankwart nach einem Campingplatz fragte, denn die Uhr ging auf halb neun zu! Er war so nett und beschrieb mir die Anreise zu einen
schönen Campingplatz in etwa 35 Km Entfernung, bei Kirchheim. Wir fuhren dann weiter und bogen bei Kirchheim-Süd von der Autobahn ab, allerdings
war das etwas kompliziert, so das ich auch noch in die falsche Richtung weiter fuhr. Nach 10 Km bemerkte ich, das irgend etwas nicht stimmte und
fragte dann im nächsten Dorf nach dem Weg, was dann auch half. Nach weiteren 20 Km kamen wir dann im Dunkeln auf den Campingplatz an. Die waren da
dann so freundlich und gaben uns einen Platz, wo etwas Licht war, so konnte ich unser Zelt noch gut aufschlagen! Danach gingen wir in die
Gaststätte und tranken noch etwas, Hunger hatten wir keinen mehr, um danach sofort in unseren Schlafsäcken zu verschwinden.
weiter Campingplatz bei Kirchheim
Nach einer kurzen Pause, wir konnten kaum noch sitzen, so weh tat uns der Popo, fuhren wir weiter die Staatsstraße hinunter, denn in Italien
dürfen Motorräder erst ab 175 ccm auf der Autobahn (Autostrada) fahren. Gegen 20 Uhr kamen wir in Brixen an, wo ich sofort ein Campingplatz fand,
der war mit 20,00 € zwar nicht ganz billig, aber ich hatte für heute die Schnauze voll! Nachdem wir das Zelt relativ schnell auf gebaut hatten,
entwickle mich bald zum Zeltaufbauspezialist „ggg“, gingen wir im angrenzenden Hotel eine Pizza essen, diese schmeckte zwar, aber die Messer waren
stumpf, oder die Pizza zu hart, jedenfalls wäre ein Beil am besten gewesen „ggg“! Danach gingen wir schlafen, oh Schreck, unser Platz war gleich
an einer kleinen Straße, wo Jugendliche mit Ihren Mopeds oder Mofas ihre privaten Rennen austrugen, manno man, aber ich war einfach zu müde!
Nach sehr kurzen Schlaf, wachte ich gegen 3 Uhr morgens auf, der rauschende Gebirgsbach hatte mich geweckt, manno, bei mir zu Hause rauscht
höchsten nachts mal die Toilette „ggg“! Jedenfalls konnte ich nicht mehr einschlafen, so das ich beschloss, meine „Olle“ zu wecken, das Zelt
ab zubauen und dann weiter zu fahren. Sie war natürlich nicht begeistert, Sie wollte am liebsten noch ein wenig schlafen, aber ich ließ nicht
locker „ggg“! Als alles gepackt war, fuhren wir noch im Dunkeln los. Da es meine erste Nachtfahrt mit dem Motorrad ist, die 6 Volt Lichtanlage
bringt nicht gerade viel Licht auf die Straße, verwechselte ich doch gleich ab und an die Schalter, statt das Licht abzublenden, schaltete ich
das Licht gleich mehrmals zur Probe ganz aus, aber bei langsamer Fahrt reichte es schon aus, denn ich musste ohnehin langsam die kurveneiche
Straße fahren! Kurz hinter Bozen beginnt die Dämmerung und als in Trento waren, da war es schon heller Tag, allerdings erst 6 Uhr morgens.
Im Stadtzentrum am Bahnhof, war schon eine Bar auf, da kehrten wir ein und nahmen unser Frühstück ein. Dann fuhren wir weiter bis, wir in
Verona ankamen. Ich musste unbedingt tanken, aber es war keine offene besetzte Tankstelle da, nur die mit dem „Self-Service!, so ein Mist!
Da braucht man ja einen Lehrgang, um die Tanksäule und den Kassenautomaten zu bedienen, „Scheiße“ habe nur 10,00 € Schein und es passen
höchsten für 8,00 € Sprit in den Tank! „Mist“, wieder 4,00 € verschenkt! Die Fahrt ging dann reibungslos weiter bis Bologna, wo gerade
der 1.Mai Verkehr erwacht ist. Obwohl wir gar nicht richtig rein nach Bologna gefahren sind, sonder gleich westlich abgebogen sind
Richtung Pistioa, sind wir doch tatsächlich in den Ausflugsstau der Italiener gekommen. Ich wurde ganz kess und machte es den
italienischen Motorradfahrern nach und schummelte mich an den Pkw´s vorbei, so das wir doch relativ schnell den Stau entrannen und dann
die Appenien in Angriff nehmen konnten. Die Appenien sind eigentlich die größte Barriere auf unsere Route, denn da sind ganz schöne
Steigungen drinnen. Es geht bis 1400 m hoch, puh aber auch das schaffte mein kleines Motorrad. Ich war noch stolzer auf diese kleine
Maschine wie sonst, denn bis jetzt hat sie alles ohne murren bewältigt, ich musste unterwegs nur kurz einmal die Kontaktzündung nachstellen,
das war aber nee Kleinigkeit! In den letzten Jahren hat man die Strecke durch die Appenien etwas erleichtert, in dem man Viadukte und
neue Tunnels gebaut hat, was die Arbeit für mein Motorrad erleichterte. Wir erreichten Pistioa und umfuhren es mittels der Umgehungsstraße
und setzten unseren Weg Richtung Empoli fort, welches wir nur erreichen konnten in dem wir noch mal eine Bergkette überfuhren, die zwar nur
600 m hoch war, aber die hatte es in sich, mit einer Steigungen von bis zu 23 %. Auch das schafften wir, nur drohte uns jetzt der Sprit
aus zu gehen! Nach dem ich in einen kleinen Dorf nach einer Tankstelle gefragt habe, hatte ich das Glück und fand nach 5 Km eine self-service
Tankstelle! Was für ein Glück, das ich mich in der Zwischenzeit auch mit ein paar 5 € Scheinen eingedeckt hatte „lach“! Nach dem wir
getankt hatten, war der Weg nicht mehr lang bis Empoli, von da hatten wir nur noch so an die ca. 200 Km vor uns, also auf zum Endspurt!
Meine „Olle“ mochte so langsam nicht mehr, ich musste jedes mal, wenn wir Pause machten, einen Kran bestellen, damit sie vom Motorrad kam,
so steif ist sie geworden „ggg“! Von Empoli bis zur Superstrada die zwischen Firenze und Siena verläuft, geht es relativ flach auf der
Straße zu, diese leichten Hügel bewältig mein kleines Motorrad in der Zwischenzeit mit Links! Ab Poggibonsi fahre ich auf die Superstrada
und kann da richtig Gas geben, keine Kreuzung, keine Ortschaften, die Superstrada ist wie eine Autobahn ohne Seitenstreifen und die restlichen
Kilometer bis Siena schmelzen nur so dahin! Ab hier sind es nur 74 Km, manno, ich mag nicht mehr, es ist 3 Uhr nachmittags und heiß,
ich verschalte mich schon ab und an oder lasse den Kupplungshebel manchmal zu spät los, von den Schmerzen im linken Arm und an der linken Hand,
vom kuppeln ganz zu schweigen, ja es ist eine richtige Tortur, auch wenn es Spaß bringt, so durch die Landschaft zu fahren, die Strecke ist
wohl doch zu lang! Es ist 17 Uhr und wir sind endlich in Grosseto, Gott sei dank, gesund und das Motorrad heil! Ich hupe, meine Schwester
kommt aus dem Haus und wir umarmen uns voller Freude! weiter von Grosseto
Die nächsten Tage verliefen eigentlich wie immer, es ist eben kein Urlaub in dem Sinne, sondern eher ein Familienurlaub, wir mussten wie immer aufpassen, das wir da nicht total in der Familie herum gereicht wurden! Der Höhepunkt war ein zweimaliges Essen in der Pizzeria, wo Original Napoli-Pizza serviert wurde, schön belegt, entsprechend gewürzt und hauchdünn in einen Ofen gebacken der mit einen offen Holzfeuer beheizt wurde, denn das gibt der Pizza erst den richtigen Geschmack, dazu ein schönes Glas italienisches Bier, oder wenn es sein musst, dann einen herben Chianti dazu! Manno, das schmeckt wunderbar, könnte ich fast jeden zweiten Tag essen! Leider gibt es in Hamburg nur einen Pizzabäcker, der an diese Backkünste hier heran reicht und der ist dann auch noch so teuer, das es dann immer sehr kostspielig wird.
Nun ja, nach 10 Tagen hatten wir die Nase voll, es war nett und schön wie jedes Mal, aber es reicht, wir treten die Heimreise an! Am Abreisetag bin
ich mal wieder ganz früh aufgewacht, es war 4 Uhr morgens, habe alle wach gemacht, dann Motorrad bepackt, schnell Kaffee getrunken, dann die
Abschiedsorgie hinter uns gebracht, wo wie immer ein paar Tränen des Abschiedes verflossen wurde, denn man weißt ja leider nie, ob es vielleicht das
letzte mal war, das man sich sehen konnte, auch wenn man hofft, das dieser Fall nicht eintritt! Es ist 5 Uhr und wir brausen los. Wir hätten wissen
müssen, das dieser Tag nicht der beste für uns sein würde, denn aus irgend einen Grund verfuhr ich mich gleich am Anfang unsere Reise, habe die Abfahrt
verpasst, musste weiter fahren und nach 3 Km umkehren. Danach ging es sehr zügig über Siena nach Poggibonsi in Richtung Empoli. Unterwegs hielten wir
bei einem Bäcker und frischten unseren Reiseproviant auf, wir kauften uns Brötchen, Schafskäse und eine große Flasche Limonade. Bis Empoli lief eigentlich
alles normal, aber am Ortseingang erwartete uns ein Stau, manno man was nervt mich das, Gott sei dank brauchten wir nicht durch Empoli fahren, sondern
konnten nach kurzer Zeit auf die Umgehungsstraße abbiegen! Danach mussten wir wieder diese starke Steigung hoch die sich ganz schön hinzog aber es war kein
Problem! Jetzt kamen wir in Pistioa und von da ging es wieder rein in die Appenien in Richtung Bologna. Die Strasse war frei und wir kamen gut voran. Wir
genossen hier noch einmal die unverwechselbare Landschaft, ich kann nur sagen, einfach herrlich an zu sehen! Kaum sind wir in Bologna angekommen, schon habe
ich mich schon wieder vergurkt, weil im Gegensatz zur Hinfahrt die Beschilderung in Richtung Modena / Verona sehr bescheiden war, um das mal vorsichtig
auszusprechen. Ich bin dann irgendwie frei Schnauze in die richtige Richtung gekommen, denn die Auskunft der Einheimischen waren nicht besonders hilfreich
„lach“! ich bin eben ein Naturtalent, finde immer nach Hause „ggg“! Kurz vor Modena mussten wir tanken, es wurde richtig heißt und dann bringt auch das
Motorradfahren keinen Spaß mehr, denn man kann nicht alles ausziehen, denn dann holt man sich garantiert etwas weg! Also quälten wir uns weiter in dieser
Hitze. Nach 100 Km erreichten wir Verona, wo uns mal wieder ein scheuner Stau empfing. Es ging sehr quälend langsam voran, mein Motor fing leicht an zu
stottern und ich dachte das der Sprit nicht mehr reicht und schaltete den Benzinhahn auf Reserve, was nach Kurzer Zeit Abhilfe schaffte und der Motor
wieder richtig rund lief. Wir kamen dann auf die Umgehungsstraße von Verona Richtung Trento / Brenner, die wir sehr flott befahren konnten, was nee
Erholung war! Hinter Verona machten wir eine kurze Rast, wobei ich da in den Tank schaute und feststellte, das ich noch genügend Sprit im Tank habe.
Wir fuhren weiter und plötzlich fing der Motor wieder an zu stottern, ich schaltete wieder den Benzinhahn um, das brachte eine kurzfristige Besserung,
bis zu dem Moment wo der Motor plötzlich mit metallischen Geräuschen seinen Dienst einstellte! So eine „Scheiße“ aber auch! Ich holte mein Werkzeug
heraus, überprüfte ob der Motor sich noch drehte, ja er tat es aber schwerer wie sonst und mit nicht überhörbaren metallischen Geräuschen, manno man!
Ich hatte noch Hoffnung, das eventuell die mechanische Kontaktzündung zerstört war und das so diese Geräusche verursacht worden, leider konnte ich bei
der Kontrolle der Selben das Gegenteil feststellen, schade, diesen Schaden hätte ich sogar mit Bordmitteln beheben können! Mir war jetzt klar, das der
Schaden nur mit den Ventilen zusammen hängen konnte und das kann man nicht so ohne weiteres am Straßenrand reparieren, da braucht man Spezialwerkzeug
und man muss die Ventile auch korrekt einschleifen, ja das ist eine richtige Präzisionsarbeit das wird richtig teuer! Ich hielt nach mehreren Versuchen
einen kleinen Fiat an, wo zwei nette junge Damen drinnen saßen, die mich freundlicher Weise nach dem 5 Km entfernten „Ala“ brachten, wo sie mir auch gleich
noch halfen einen geeigneten Abschleppdienst zu organisieren, denn das Motorrad konnte ich da nicht einfach so stehen lassen! In der Zwischenzeit
warte meine Frau auf mich beim Motorrad. Die mich schon sehnsüchtig erwartet, als ich mit dem Abschleppwagen da an kam! Nach einigen hin und her,
schaffte der Mann vom Abschleppdienst meine Maschine zu Bergen und auf den Lkw richtig zu befestigen, damit sie unterwegs nicht flöten geht! In „Ala“
angekommen, brachte er uns zu einer kleinen Werkstatt, die uns versucht zu helfen, aber mir war schon klar, das jede Hilfe für mein geliebtes Motorrad
für uns viel zu teuer war, denn ich hatte schon mal einen Ventilschaden vor zwei Jahren, den ich aber noch rechtzeitig reparieren konnte. Und obwohl ich
den Ein- und Ausbau selbst gemacht habe, musste ich damals fast 700,00 DM bezahlen. Jetzt wird die Sache bestimmt noch teurer denn Ersatzteile kosten in
Italien einen Haufen Geld, davon ab gesehen, werden die bestimmt große Schwierigkeiten haben, das entsprechend Ersatzteil zubekommen, wo ich selbst in
Deutschland zu diesen Zweck ins Internet schauen musst, um fündig zu werden! Also, nix war es mit der Reparatur, wir entschlossen uns unser geliebtes
Stück hier zu lassen und mit der Bahn nach Hause zu fahren. Verkaufen konnte ich natürlich nicht mein Schadmotorrad, denn es war doch klar, das die lieben
Italiener meine Situation ausnutzten, hätte ich wahrscheinlich genauso gemacht! Aber sie waren, nach dem ich den Abschleppmann teuer bezahlt hatte, wenigsten
bereit, oder auch so freundlich, uns mit unseren gesamten Gepäck zum naheliegendem Bahnhof zu fahren, wo das nächste Abenteuer begann „lach“!
Mit der Bahn nach Hause
Die erste Schwierigkeit im Bahnhof von „Ala“ trat deshalb auf, weil die Fahrkartenschalter geschlossen waren und die italienische Staatsbahn statt dessen
Fahrkartenautomaten aufgestellt hatten. Es gab zwar an der Seite des Automaten eine Beschreibung in Deutsch, diese aber stellte sich als ungenügend heraus,
weil man vergessen hatte die italienischen Worte, welche da auf dem Bildschirm erschienen zu übersetzen. Ich kam aber trotzdem irgendwie zum Ziel, nur meine
Geldscheine wollte er nicht akzeptieren, egal wie ich die Scheine in den „Scheiß“ Apparat rein steckte, quer, lang, umgedreht oder was weiß ich noch alles,
es ging einfach nicht! Ich war da ganz verzweifelt und ohnehin schon sehr genervt. Da viel mir ein, das es da einen Bahnbeamten gab, welcher die Weichen und die
Schranke bediente. Ich nix wie hin da und den guten Mann angesprochen, halb Deutsch, halb Italienisch, also im Quadawelsch, er schaute mich ganz verdutzt an
und kam dann mit mir zum Automaten. Ich schaute interessiert zu, manno, der machte im Grunde alles so, wie ich es gemacht habe! Ja, zum Schluss wurde der
Fahrpreis von 18,98 €, genau wie bei mir angezeigt! Jetzt verlangte er den Geldschein, ich gab ihn die 20,00 € und was machte der gute Mann, er steckte den
Schein genauso rein wie ich, nur mit dem großem Unterschied, jetzt haute die ganze Sache hin, manno, ich könnte in die Luft gehen, warum das nicht schon bei
mir passiert ist! So, dann mit den Fahrkarten zu meiner geliebten Frau, die schon sehnsüchtig auf mich wartet, weil sie Angst hatte, das der Zug ohne uns
abfährt. Wir also rein in den Zug und ab ging es, ohne umzusteigen, die 185 Km zum Brenner, wo wir gegen 21 Uhr ankamen. Am Brenner hatten wir etwa 30 Minuten
Aufenthalt, da ich für Österreich keine Fahrkarte hatte, suchte ich nach einem entsprechenden Schalter oder zu mindesten einen österreichischen
Fahrkartenautomaten. Beides konnte ich trotz intensiver Suche nicht finden und da ich keine Lust hatte, als Schwarzfahrer erwischt zu werden, ging ich kurzer
Hand in so ein Frachtkontor, wo etwas mit ÖBB drauf stand. Der da sitzende Herr sagte mir dann das ich die Fahrkarte im Zug kaufen kann und weil es hier
Grenzbahnhof ist, ich auch keine der sonst üblichen Zuschläge zahlen müsse, nun ja, dann sein Wort in Gottes Ohr! Jetzt kam der Zug, er fuhr leider nur bis
Innsbruck Hbf., wir stiegen ein, und wir hatten tatsächlich mal Glück, alles war so wie man mir es gesagt hatte! Der Schaffner erklärte uns, das wir in
Innsbruck umsteigen müssen und dann direkt zum Grenzbahnhof Kufstein fahren können, soweit reichte die Fahrkarte, internationale Fahrkarten verkaufte er nicht!
Wir kamen dann um 23:45 Uhr in Kufstein an und suchten nun auf der großen Tafel, zu welchen Bahnsteig wir mussten, um mit dem nächsten Zug nach Deutschland
weiter fahren zu können. Manno man, nix da, es fährt kein Zug heute mehr, der nächste geht erst morgen früh um 5:30 Uhr, ich werde noch mal verrückt, das kann
doch gar nicht sein, das ist hier doch eine internationale Strecke, man was war ich so was von sauer! Ich noch mal überall herum gerannt, den Fahrdienstleiter
auf den Wecker gefallen, es nütze nix, wir kamen hier einfach nicht wech! Also hieß es warten bis um 5:30 Uhr auf den Brenner Express. Jetzt viel mir ein,
das wir ja normaler Weise noch eine liebe Chatfreundin in Rosenheim besuchen wollten, na ob ich da mal so spät anrufen soll? Nach kurzer Überlegung griff ich
zu meinem Handy und rief bei Ihr an, Rosenheim ist ja nicht weit weg von Kufstein, nur ca., 40 Km. Nach etwas längeren klingeln, schließlich war es mittlerweile
schon nach 24:00 Uhr, ich hatte sie wohl aus dem Bett geklingelt, meldete sie sich mit freundlicher Stimme und ich erzählte Ihr von unserem Missgeschick! Sie
freute sich über unseren Anruf sehr, aber zu Ihrem Bedauern war Ihr „Bänderriss“ immer noch nicht so verheilt, das sie Autofahren und uns abholen könnte.
Es tat Ihr wirklich sehr leid, das sie nicht in der Lage war uns aus dieser Misere zu helfen! Nun ja, es nützt ja nix, wie bekommen wir nun die Zeit tot
geschlagen, denn bis 5:30 Uhr war es noch 5 Stunden hin ? Wir sind dann in die Bahnhofshalle und ich suchte da ein paar Schließfächer, welche es tatsächlich auch
gab! Rein die Klamotten in die Blechkiste, 4,00 € rein gesteckt, abgeschlossen und nun? Ja was machen wir jetzt? Nun gut, nach kurzer Überlegung kam ich auf
die Idee in den Stadtkern zu gehen, schließlich war es Freitag und ich nahm an, das es hier nicht viel anders wie in Hamburg zu geht! Das bewahrheitete sich
auch und wir schlenderten so durch die Stadt, Ich war auf der Suche nach einen kleinen Imbiss, großen Hunger hatten wir nicht, aber Essen sollten wir schon
was. Was wir aber fanden, waren nur Läden mit Freudenhauspreis, manno man, das isst man ja gar nicht ab! Also verkniffen wir uns den Imbiss und dachten,
das wir in München morgen früh, bestimmt etwas akzeptables bekommen! Zu allem Unglück fing es jetzt auch noch an zu regnen, so das ich beschloss, das wir
zurück in die Bahnhofshalle gehen, da ist es wenigsten trocken und etwas wärmer als hier draußen im Regen. Gesagt getan, kaum angekommen kam ein Mann auf uns
zu und sagte zu uns, das wir den Bahnhof verlassen müssten, weil das Gebäude bis 4:00 Uhr morgens abgeschlossen wird. Nun wurde ich doch ein wenig sauer und ich
ließ meinen Unmut heraus, „ Das kann doch nicht wahr sein, das man Reisende aus dem Bahnhof schmeißt, wenn diese auf dem Zug warten, ""das gibst auf keinen Schiff“,
wetterte ich! Ich glaube ich hatte den Bahnbeamten mit meiner Reaktion überrascht, er schaute mich ganz verdutzt an und überlegte kurz! Nach kurzem Nachdenken fragte
er uns noch ob das auch alles stimmt, und ob wir Fahrkarten hätten, was ich verneinte, aber ich erzählte ihn dann in meiner ruhigen nicht mehr so ruhigen Art, in was
für einer Situation wir sind! Das akzeptierte er dann auch und schlug uns dann vor, uns hier ein zu schließen, wir waren damit einverstanden! Jetzt waren wir allein
in der Halle, es war warm und wir worden müde. Darauf hin, nahm ich den Schlüssel vom Schließfach und schloss dieses auf und holte unser Gepäck heraus. Ich legte es
dann so auf den Fußboden, das ich ein vernünftiges Kopfkissen bekam, und legte mich dann anschließend zum Schlafen auf dem selben nieder! Es war zwar hart, aber wir
waren ganz schön „Groggie“ von dem ganzen Theater, wir waren ja auch schon seid 4:00 Uhr morgens auf! Meine Frau bevorzugte die Sitzbank, nun ja, ich kann da nicht
drauf pennen, jeden sein Pläsier! Zwischen durch wurden wir noch mal vom Zeitungsfritzen geweckt, aber ansonsten hatten wir unsere Ruhe, nur das ich schon um 3:30 Uhr
wieder aufwachte, war eigentlich nicht normal, mag aber daran gelegen haben, das der Fußboden hier hart war! Nun ja, die 1 Stunde bekommen wir auch noch herum, ich
kann ja mal ein Fahrkartenautomaten suchen. Ich schau herum, oh da ist einer, schön! Ich alles ein gegeben, klappte alles wunderbar, kein Wunder alles in Deutsch
„lach“. Was da, manno man, der Automat wandelt München immer in Münchdorf ab, so ein „Schiet“! Nach näheren hinsehen stellte ich fest, das es aus diesen Automaten
nur Fahrscheine für Österreich gibt, Prost Mahlzeit! Es rollt der Brenner Express ein, wir nix wie eingestiegen, und hoffen, das bis Rosenheim kein Schaffner
kommt, denn ich hatte die Absicht, mit einen Schönes-Wochenend-Ticket nach Hamburg zu fahren! Oh, auch mal Glück gehabt, keine Kontrolle, schnell in Rosenheim
ausgestiegen und ran an den Fahrkartenautomaten, mittlerweile war ich ja fast schon Fahrkartenautomatenspezialist! Ich da alle Daten eingegeben, manno das klappt
wie verrückt, jetzt nur noch der Preis von 28,00 € anzeigen, ja, Jetzt Geldschein einschieben, was ist den das, wo ist der Schlitz dafür, manno haben keine Zeit,
Zug steht schon bereit und fährt gleich los, das gibst doch gar nicht, das kann doch nicht sein, kein Schlitz für Geldscheine, manno man, nur für die „Schiet
EC-Karte“, muss ich deswegen noch ein Konto hier eröffnen um nee Fahrkarte zu bekommen, manno nix wie weg hier und rein in den Zug! War jetzt richtig geladen um
nicht zu sagen scheun Sauer und wütend. Wenn jetzt der Schaffner kommt und sagt, man kann das Schöne-Wochenend-Ticket nicht im Zug lösen oder einen Aufschlag dafür
verlangt, manno ich glaube dann wäre ich explodiert, aber wir hatten mal wieder Glück im Unglück und kamen ungeschoren davon! Nach Kurzer Zeit erreichten wir
München Hbf, wo wir uns mit Reiseproviant versorgten, richtig scheune Mohnbrötchen, so längliche, gibt es bei uns nicht, mit Mettwurst und Käse belegt und einen
scheunen großen Becher Bohnenkaffee, manno man, war das jetzt für ein Genuss! Anschließend ging ich noch zum Auskunftsschalter, um mir einen Fahrplan mit Zügen
des Schönen-Wochenend-Ticket bis Hamburg zu holen, den ich auch anstandslos bekam. Er hatte zwar einen Schönheitsfehler, den ich nicht sofort bemerkte. Ich
wunderte mich dann nur unterwegs, das da irgend etwas nicht stimmte, denn die Züge fuhren teilweise früher los, als bei mir auf dem Plan ausgewiesen war! Auf der
Fahrt zwischen Gemünden und Fulda fiel es mir dann auch auf, die hatten mir einen Fahrplan von Freitag gegeben, obwohl wir schon Sonnabend haben, na so etwas aber
auch, manno, Alfred nicht aufregen! In Fulda angekommen, musste ich das erste Mal nachfragen, denn jetzt stimmte nix mehr, keine Zugnummer, geschweige die Abfahrtszeit.
Na einen kurzen Augenblick fand ich einen Bahnmitarbeiter der mir weiter half, wir hatten gute 30 Minuten Zeit. Ich darauf hin in die Bahnhofshalle, zum
Auskunftsschalter und da mein Leid geklagt. Die nette Dame stelle mir einen Neuen Fahrplan aus, diesmal ganz korrekt „lach“! Wir hatten noch kurz Zeit, kauften
uns zwei Dose Limonade, genossen noch einmal frischen Bohnenkaffee und aßen jeder noch eine warme Frikadelle, die uns sehr mundete. Dann nix wie rein in den Zug und
ab nach Hamburg, wo wir dann in Deutschland ins gesamt mit acht Mal Umsteigen gelandet sind! Man war das nee Bahnfahrt von insgesamt 26 Stunden! Da wir nun mehr oder
weniger glücklich in Hamburg angekommen sind, fehlte uns nur eines! Ja Unser Kühlschrank war leider leer, als wir los fuhren, also mussten wir noch etwas Essbares
besorgen, denn schließlich ist morgen Sonntag! Ich dachte das wäre kein Problem, denn als ich noch kein Frührentner war, arbeitete ich ja als Taxifahrer, kannte
mich ja von daher gut auf dem Bahnhof aus! Aber siehe da, die nächste Überraschung! Die haben es doch tat sächlich gewagt und die ganze Wandelhalle von innen mit
neuen Läden zu bestücken, kenne natürlich alle diese Läden nicht. Also, auf in den Kampf „Torero“, suchen wir mal, wo es Brot Butter und Aufschnitt gibt, und das
bitte zu zivilen Preisen! Nach etwas längerem Suchen, ich war schon wieder reichlich genervt, fanden wir zwischen türkischen, spanischen und was weiß ich nicht
alles für Anbieter, endlich den Stand, wo wir uns entsprechend versorgen konnten. Leider waren die Preise nicht mehr so, wie ich es in Erinnerung hatte, aber ich
war froh, das wir jetzt endlich alles hatten und den letzten Rest der Strecke mit der U-Bahn in Angriff nehmen konnten. Ich war sowie reichlich genervt, und im
Grunde war mir jetzt sowieso schon fast alles egal. Die letzten drei Km legten wir mit dem Taxi zurück. Im Taxi sagte ich noch scherzhaft zu meiner Frau:
„Jetzt musst nur noch unsere Bude abgebrannt sein, dann ist unser Glück total perfekt“, „lach“! Nun ja, das Taxi bog um die Ecke und unser Haus (Wohnblock) stand
noch, Gott sei dank noch, manno man, wir sind zu Hause, zwar ohne Motorrad, was uns bis heute sehr schmerzt, aber ansonsten doch gesund!
So, wie heißt es so schön, wer eine Reise macht, der kann auch etwas erzählen! Ich hoffe, das Euch mein kleines Abenteuer gefallen hat?